Materialrechner: der Aufbau im Schnitt
Fläche und Schichtdicken eingeben: Der Schnitt ist maßstäblich (1 cm Schicht = 5 px), daneben Volumen und Gewicht je Schicht.
Wenn Sie Ihren Erdaushub berechnen, multiplizieren Sie die Fläche in Quadratmetern mit der Tiefe in Metern. Für den Abtransport und die Entsorgung benötigen Sie außerdem das aufgelockerte Volumen sowie die passende Materialdichte. Der Mehrschicht-Rechner trennt gewachsenen Boden, loses Schüttgut und verdichtete Schichten, damit Sie Aushub- und Bestellmengen sauber auseinanderhalten.
Geltungsbereich: Deutschland. Die geometrischen Formeln gelten bundesweit, einschließlich aller Bauprojekte in Baden-Württemberg. Alle genannten Material- und Fahrzeugwerte sind unverbindliche, undatierte Rechenannahmen und ersetzen kein regionales Lieferangebot.
Volumen aus Fläche und Schichtdicke berechnen
Für jede Schicht gilt dieselbe Grundformel: Volumen gleich Fläche mal Schichtdicke in Metern. Rechnen Sie Angaben in Zentimetern vorab in Meter um, indem Sie den Wert durch 100 teilen.
Bei rechteckigen Baugruben ergibt sich die Fläche aus Länge mal Breite. Unregelmäßige Grundrisse teilen Sie in einzelne Rechtecke oder Dreiecke auf und addieren anschließend die Teilflächen.
Ein Rechenbeispiel mit Modellwerten zeigt den Ablauf für eine 40 m² große Fläche bei 25 cm Aushubtiefe:
- Tiefe in Metern: 25 ÷ 100 = 0,25 m
- Gewachsenes Aushubvolumen: 40 m² × 0,25 m = 10 m³
Dieses Ergebnis beschreibt das feste Bodenvolumen vor dem Ausheben. Variiert die Aushubtiefe auf Ihrem Grundstück, berechnen Sie die jeweiligen Abschnitte getrennt.
Auch beim Anlegen von Wegen und Terrassen erfassen Sie jede Tragschicht einzeln. Details zum Unterbau und zu gängigen Steingrößen lesen Sie im Ratgeber Pflastersteine verlegen: Untergrund und Materialbedarf.
Mehrere Schichten und Materialzustände getrennt erfassen
Der Mehrschicht-Rechner unterscheidet drei Zustände: gewachsen, lose und verdichtet. Gewachsen meint den natürlich anstehenden Boden im Erdreich, während lose das aufgegrabene oder frisch geschüttete Material beschreibt. Verdichtet bezeichnet das Material nach dem maschinellen Abrütteln beim Einbau, was vom ursprünglichen Bodenzustand abweichen kann.
Gehen Sie bei der Schichtberechnung in fünf Schritten vor:
- Geben Sie die Gesamtfläche ein oder berechnen Sie diese aus Länge und Breite.
- Legen Sie für jede geplante Schicht das Material und die Schichtdicke fest.
- Wählen Sie aus, ob sich die Dicke auf den gewachsenen, losen oder verdichteten Zustand bezieht.
- Nutzen Sie nach Möglichkeit die genauen Dichteangaben Ihres Baustoffhändlers für den jeweiligen Zustand.
- Lesen Sie das geometrische Volumen, das geschätzte Gewicht und das lose Transportvolumen getrennt ab.
Die folgende Übersicht enthält undatierte Rechenannahmen für Ihre erste Mengenplanung:
| Material | Dichte lose, t/m³ | Dichte verdichtet, t/m³ | Auflockerungsfaktor |
|---|---|---|---|
| Mutterboden, fein | 1,4 | 1,6 | 1,30 |
| Sand | 1,5 | 1,8 | 1,20 |
| Kies | 1,6 | 1,8 | 1,15 |
| Schotter, Körnung 32/45 | 1,5 | 1,75 | 1,15 |
| Mineralbeton | 1,7 | 2,1 | 1,10 |
Diese Richtwerte dienen einer überschlägigen Schätzung vor Projektbeginn. Für natürlich gewachsenen Boden enthält die Tabelle bewusst keine eigene Dichte, da diese je nach Standort stark schwankt. Übertragen Sie die Tabellenwerte für verdichtetes Material deshalb nicht ungeprüft auf Ihren anstehenden Gartenboden.
Gewicht aus Dichte und Feuchte abschätzen
Die Dichte gibt an, wie viele Tonnen ein Kubikmeter Material in einem bestimmten Zustand wiegt. Sie berechnen die Masse in Tonnen, indem Sie das Volumen in Kubikmetern mit der Dichte in t/m³ multiplizieren.
Zehn Kubikmeter loser Kies wiegen bei einer angenommenen Dichte von 1,6 t/m³ rund 16 Tonnen. Achten Sie bei dieser Rechnung darauf, dass sich Volumen und Dichte beide auf denselben Materialzustand beziehen.
Mutterboden liegt als undatierter Orientierungswert meist zwischen 1,4 und 1,8 t/m³. Schwerer Lehm oder nasser Erdaushub erreichen bis zu 2,0 t/m³. Solche Richtwerte helfen bei der Vorplanung, ersetzen aber keine Auskunft des Lieferanten.
Regenwasser füllt die Poren im Schüttgut und erhöht das Gewicht deutlich, obwohl das Volumen fast gleich bleibt. Planen Sie nach Niederschlägen entsprechende Reserven beim Transportgewicht ein. Entsorgungsbetriebe rechnen am Ende nach der geeichten Waage vor Ort ab.
Loses Transportvolumen und verdichtetes Einbauvolumen unterscheiden
Beim Ausgraben lockert sich das Erdreich auf, wodurch zusätzliche Hohlräume entstehen und der Boden mehr Platz einnimmt. Dieses Verhältnis zwischen geschüttetem und festem Boden beschreibt der sogenannte Auflockerungsfaktor.
Sie erhalten das lose Volumen, indem Sie das gewachsene Volumen mit dem Auflockerungsfaktor multiplizieren.
Aus 10 m³ festem Boden werden bei einem angenommenen Faktor von 1,30 rund 13 m³ loser Aushub. Diesen zusätzlichen Platzbedarf müssen Sie für Container, Anhänger und Zwischenlager auf dem Grundstück einplanen. Das Gesamtgewicht des Aushubs bleibt trotz des größeren Volumens unverändert.
Wenn Sie umgekehrt neues Schüttgut für eine verdichtete Tragschicht bestellen, rechnen Sie über die Dichten: Lose Liefermenge gleich verdichtetes Einbauvolumen mal Dichte verdichtet geteilt durch Dichte lose.
Eine 10 cm dicke Schotterschicht auf 40 m² hat fertig abgerüttelt ein Volumen von 4 m³. Mit den Annahmen aus der Tabelle benötigen Sie dafür 7 Tonnen Schotter, was rund 4,7 m³ losem Liefervolumen entspricht.
Da loses Schüttgut bei gleicher Masse mehr Raum einnimmt als verdichtetes Material, müssen Sie immer mehr Kubikmeter bestellen als das reine Einbaumaß. Ein pauschaler Abzug vom Einbauvolumen würde zu einer Fehlmenge auf der Baustelle führen.
BigBag-Anzahl und Lkw-Ladungen bestimmen
Wie viele Gebinde oder Lkw-Fuhren Sie benötigen, hängt sowohl vom Transportvolumen als auch vom zulässigen Maximalgewicht ab. Rechnen Sie beide Werte aus und runden Sie das höhere Ergebnis auf ganze Einheiten auf, da immer die engere Grenze den Transport limitiert.
BigBags gibt es in verschiedenen Ausführungen, die meistens zwischen 0,5 und 1,0 m³ fassen. Prüfen Sie neben dem Fassungsvermögen auch die maximale Traglast des jeweiligen Gewebesacks. Wenn Sie Mutterboden nach Kubikmetern kaufen, fragen Sie beim Händler gezielt nach dem losen Schüttvolumen und dem Füllgewicht pro Sack.
Bei Lkw-Lieferungen teilen Sie das lose Volumen durch das Ladevolumen und die Gesamtmasse durch die Nutzlast des Fahrzeugs. Der höhere Wert ergibt, aufgerundet auf ganze Fahrten, die nötige Anzahl der Fuhren.
Als undatierte Richtwerte fasst ein dreiachsiger Lkw etwa 8 bis 10 m³ bei rund 13 Tonnen Nutzlast. Ein Sattelzug erreicht ungefähr 24 m³ Ladevolumen und 26 Tonnen Zuladung.
Für die beispielhaften 16 Tonnen Kies muss ein Dreiachser wegen der Gewichtsgrenze mindestens zweimal fahren, selbst wenn die 10 m³ vom Volumen her auf eine Ladefläche passen würden. Erfragen Sie die genauen Fahrzeugdaten vor der Bestellung direkt bei Ihrem Fuhrunternehmen.
Zufahrt und Grenzen der Mengenplanung prüfen
Ein schwerer Dreiachser benötigt als undatierten Richtwert mindestens 3 m Durchfahrtsbreite und rund 3,60 m freie Durchfahrtshöhe. Prüfen Sie zusätzlich den Schwenkbereich in Kurven, die Tragfähigkeit von Hofeinfahrten sowie die Lage unterirdischer Leitungen oder Kanäle.
Hohe Achslasten verdichten unbefestigten Gartenboden dauerhaft, sodass Regenwasser dort später schlechter versickert. Welche Technik auf empfindlichen Flächen sinnvoll ist, erläutert der Beitrag Baumaschinen für private Grundstücksprojekte.
Diese Mengenberechnung trifft keine Aussage über eventuelle Schadstoffe im Boden, die Standsicherheit von Böschungen oder baurechtliche Genehmigungen. Ziehen Sie bei auffälligem Aushub, tiefen Gruben oder unklarer Statik vorab ein Fachunternehmen oder ein Baugrundbüro hinzu.
Quellen
- Auflockerungsfaktor - Lexikon - Bauprofessor (bauprofessor.de)
- boetel-bs.de (boetel-bs.de)
- mc-stone.de (mc-stone.de)
- schmitt-transporte.de (schmitt-transporte.de)
- kwr-alex.de (kwr-alex.de)
- erdbaron.com (erdbaron.com)
- umweltbundesamt.de (umweltbundesamt.de)
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